Spielscheune der Geschichten

spielscheune2_grAls seniorTrainer Erik Kröner im Juli 2007 von einem Bekannten gefragt wurde, ob er, der doch früher in seinem Beruf mit Planen und Bauen zu tun hatte, sich nicht einmal das Generalunternehmerangebot für den Bau einer Spielscheune ansehen könne, war die Zusage der berühmte kleine Finger. Es wurden daraus 20 Monate intensiver Arbeit am Schreibtisch und bei Not am Mann auf der Baustelle mit Schaufel, Hammer und Meißel.

spielscheune_grWofür? Der Verein für Kinder- und Jugendförderung in Neu Allermöhe e.V. kämpfte seit 2004 für den Bau einer Spielscheune für einen der kinderreichsten und kulturell vielfältigsten Stadtteile. Mit der Spielscheune sollte ein wetterunabhängiges Erlebnis- und Freizeitangebot für Familien und Kindergruppen geschaffen werden. Geplant war aber keine der üblichen Spielhallen, sondern der Bau einer „Spielscheune der Geschichten“ oder besser: der „Kulturen“. Nach dem Motto: „Frieden wächst in den Herzen der Kinder“ sollten hier Kinder unterschiedlichster Nationalität und Hautfarbe auf der Basis der großen Geschichten aus Christentum, Judentum und Islam den eigenen kulturellen Hintergrund und den des Nachbarn entdecken, spielerisch erfahren und als natürlich begreifen.

Herzstück des Projektes ist die 900 qm große Spielhalle, in deren Zentrum die große hölzerne Arche Noah steht und in deren Bauch für die Drei- bis Zwölfjährigen Geschichten aus allen Kulturen erzählt werden. Zusätzlich gibt es einen weiteren
100 qm großen Erzählraum.

In der großen Halle gibt es einen Vulkan, einen Wolkenberg, Trampoline, Tischtennis, Tretautos und Spielzeug für Groß und Klein. Halle und Erzählraum sind so konzipiert, dass sie auch für kulturelle Veranstaltungen, Workshops und Familienfeiern geeignet sind. Mit den zugehörigen Nebenräumen wie Sanitärräumen, Küchen, Lager, Fundus und Büro umfasst das Projekt insgesamt 1.600 qm Nutzfläche auf einem Grundstück von 3.500 qm, auf dem im Sommer viele Außenaktivitäten stattfinden.

Das Modell hat für seine integrativen Bemühungen großzügige Förderung von der Stadt Hamburg, vom Bezirk, von den Kirchen, Hamburger Unternehmen und vielen großen und kleinen Spendern erfahren und dazu viele namhafte und gut dotierte Preise erhalten wie z. B. „entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“, „Familie gewinnt“ vom Hamburger Senat und den Preis der Körber-Stiftung „Hamburger Tulpe“.

Aufgabe des seniorTrainers Erik Kröner als „Baumeister“ – so wurde er später genannt – war es nun, die veranschlagen Gesamtkosten von 1,3 Mio. Euro und die bis dahin aus Spenden und dem Preisgewinn zusammengekommenen 750.000,– Euro in ein finanzierbares Konzept zu bringen.

Nachdem die Finanzierung stand, konnte am 5. Februar 2008 der Grundstein gelegt und am 8. Oktober 2008 die „Spielscheune der Geschichten“ eröffnet und unter großer Beteiligung von Politik, Förderern und Presse in Betrieb genommen und einer johlenden Kinderschar übergeben werden.